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Ob Reportage, Portrait, Interview oder klassischer Report - unsere Geschichten zeigen, was uns so durch den Kopf geht.



Aktuell:

Martina Hinz über prominente Enkel und Großeltern und wieviel sie sich zu sagen haben; in Brigitte Woman 05/2008

Martina Wimmer über Begnungen mit Eisbergen und Eisbären bei einer Schiffsreise in die Arktis; in Geo Saison 04/08

Martin Reischke über den legendären Arbeitskampf der Stahlwerker von Duisburg-Rheinhausen und die Streikkultur heute; in Deutschlandradio Kultur

Jonas Viering über kleine Kinder und großes Geld und
die deutsche Familienpolitik; in Capital 07/08

 
       
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Wahrscheinlich waren es nur Sekunden. Höchstens eine Minute. Aber war das wichtig? Kees Aerts jedenfalls wird später sagen, allein dieses Highlight sei die 550 Kilometer weite Anfahrt aus dem niederländischen Den Helder ins kleine Barsbek in Schleswig-Holstein nahe der Ostsee wert gewesen.

Es war der dritte Tag in der Woche, in der Kees Aerts eingeteilt war, die junge Seeadlerfamilie zu bewachen.

Morgens um sechs montiert er die beiden Fernrohre am Wegrand hinter der Brombeerhecke auf die Stative. Krähen krakeelen, der Kuckuck ruft, ein Fasan hustet. Durch die 40-fache Vergrößerung des Spektivs sieht Aerts, dass nichts los ist drüben in den Pappeln: Der 51 Tage junge Seeadler hat sich in der Horst-Mulde verkrochen, die Eltern sind ausgeflogen. Kees Aerts, 48, ist ein entspannter Mann. die schräg stehenden Augen verleihen ihm etwas Melancholisches. Er setzt sich auf einen weißen Plastikstuhl. Die Sonne wirft lange Schatten über die Wiese. Der Holunder duftet. Unterm Horst grasten toastbraune Kühe. Aerts geht frühstücken. In seinem Wohnwagen brüht er sich Kaffee zu drei Tage alten Rosinenbrötchen.

"Das Wunder von Barsbek": Reportage über einen bewachten Nistplatz von Seeadlern. In Greenpeace-Magazin 05/07

 
       
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Mittwochfrüh in einer Gründerzeitvilla in Bremen-Hemelingen. Britta, 35, sitzt allein am WG-Tisch im Wintergarten, den Kopf dicht über ein DIN-A-4-Heft gebeugt. "Heute muss ich wieder einmal ganz normal arbeiten", notiert sie, als wolle sie ihre Gedanken auf eine klare Linie trimmen, bevor das Chaos der Außenwelt über sie hereinbricht. Das macht sie fast jeden Morgen so, Seite für Seite, viele Hefte hat sie schon gefüllt. Dabei summt die Tochter eines Studienrats Vivaldi-Melodien vor sich hin. "Wen mögen Sie eigentlich lieber", fragt sie plötzlich in die morgendliche Stille hinein. "Dobermänner oder Rottweiler?" Hunde sind ihre Passion. Sie liest Lexika über die Tiere, fragt Hundehalter auf der Straße aus und kann, wie bei ihrem zweiten Lieblingsthema Pferd, über viele Rassen dozieren, mit einem bewundernswerten Blick fürs Detail. Was an diesem Morgen allerdings sonst noch so los ist in ihrer WG, geht an der jungen Frau vorbei. Britta ist Autistin. Ihre WG ist ein "vollstationäres Wohn- und Betreuungsangebot" des Vereins "Hilfe für das autistische Kind". -

Mittags in einer "beschützten Werkstatt für Menschen mit Behinderungen", rund eine halbe Stunde von der WG entfernt. Britta sitzt vor einer Töpferscheibe, sie konzentriert sich. Die Augen ihres frisch geformten Engels sind weit aufgerissen, es scheint, als sei er gerade gelandet und staune nun über die fremde Welt.

Reportage über "Haus Hemelingen", ein Wohnprojekt mit sieben Asperger-Autisten. In "Emotion", Januar 2007. 


 
       
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Fast secheinhalb Meter hoch ist der lichtdurchflutete Raum. Auf dem Eichenparkett steht der Küchentisch mit den Kaffeetassen, oben unter der Decke hängt an zwei Seilen ein Trapez. An der einen Wand steht das Spülbecken, an der anderen das Klavier. Das war Joachim Mohr und Sabine Maier wichtig, als sie ihre Wohnung planten: Sie sollte nicht nur Platz zum Leben bieten, sondern auch zum Arbeiten. Mohr und Maier sind Trapezkünstler. Früher haben sie in leeren Fabrikhallen geprobt, jetzt üben sie zuhause, die Kinder immer im Blick.

Ein so fantastisch hohes Wohnzimmer gibt es nicht fertig zu kaufen, jedenfalls nicht mitten in Berlin und bezahlbar, das muss man bauen. Als Altersvorsorge fand Mohr die Neubau-Idee auch ganz vernünftig. Da unterscheidet den Artisten wenig von einem Anwalt oder Heilpraktiker: Mohr ist Freiberufler und muss früh an später denken.

Also haben sie gebaut, in einer Gasse nur ein paar hundert Meter vom Hackeschen Markt entfernt, im Zentrum - und zwar gleich ein Mehrfamlienhaus mit 22 Wohnungen und Gemeinschaftsgarten im Hof. Zusammen mit anderen. Weil sie nur kollektiv so individuell bauen konnten, wie es zu ihrem Leben passt.

"Die Schweine-Investoren sind wir": Report über den Trend zum  Gemeinschaftsbauen. In Die Zeit 01/08 

 
       
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